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Der Literatur-Strich

Leben

Lesedauer 2 Minuten

Der Tag beginnt und so mein Leben auch 
Ich frage mich, was wird es bringen? 
Wie ein ungeboren Kind in der Mutter Bauch 
Doch bald soll ich vom Leben singen. 
 
Noch bin ich eingehüllt, dunkel und warm 
doch mit neu gewonnener Kraft 
breche ich heraus aus meinem Kokon 
warte, ich habe es gleich geschafft. 
 
Auf meiner Haut ein Prickeln, ein Leuchten 
wie eine Nadel aus glühend’ Eisen 
Ich entfalt‘ meine Flügel, die noch feuchten 
und mache mich auf meine Reisen. 
 
Der Wind streicht sanft, es scheint die Sonne 
kräftig stoße ich mich ihr entgegen 
und mit voller, euphorischer Wonne 
kann ich endlich durch den Himmel fegen. 
 
Losgelöst von Sorgen und der Welt 
tanze ich durch die lauen Lüfte 
doch plötzlich der erste Tropfen fällt 
die Sonne nicht mehr durch die Wolken schlüpfte 
 
Der Wind wird frischer und beginnt zu beißen 
der Regen macht meine Flügel schwer 
die Lüfte mich durch den Himmel reißen 
als ob ein welkes Blatt ich wär‘. 
 
Dort – ein Fleck auf rotem Stein 
Ich mühe meine schweren Glieder 
und mit meinem trägen Sein 
lass auf der Mauer ich mich nieder. 
 
Auch wenn die Sonn‘ dem bleichen Mond, 
die Wärme kühlen Winden wich, 
so blieb ich doch bisher verschont 
seh‘ noch den Glanz, der nie verblich. 
 
Was spürt da meines Flügels Spitze? 
Was sieht mein schwarz getrübtes Aug‘? 
Nicht weit entfernt von wo ich sitze, 
ein helles Licht das auf mich schaut. 
 
Ich recke meine starren Glieder 
und werf‘ mich in die nächt’ge Luft 
Ich ahne Licht und Wärme wieder 
mit der das Auge nach mir ruft. 
 
Und wirklich, ich spür‘ die brennend Hitze 
da habe ich es auch schon erschaut 
obgleich ich auf dem Auge sitze 
das Licht vor meinem Blick vergraut. 


inspiriert von Schweigen von Veronuschka

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