Dunkle Wolken hingen tief am Himmel und verbargen den fast vollen Mond komplett hinter sich. Es war frisch und feucht, als Lenora die von Laternen erhellte nächtliche Straße entlang torkelte. In einer Hand eine Flasche Vodka und in der anderen eine rote Rose (Wo hatte sie die eigentlich her?).
Ihre Freunde hatte sie im letzten Club verloren und da sie sie nach einer (gefühlten) halben Stunde gründlichsten Suchens nicht wieder hatte finden können, beschloss sie, sich alleine auf den Weg zu machen. Nicht darauf achtend, wohin sie ihre Beine trugen, führte sie die Flasche in ihrer Hand an die Lippen. Nach ein paar Fehlversuchen traf sie ihren Mund sogar in einem Winkel, der es ihr erlauben würde, aus der Glasöffnung zu trinken, nur um festzustellen, dass der letzte Tropfen des starken Alkohols sein Behältnis wohl schon zuvor verlassen hatte. Sie hielt sich die Flasche nahe vor das Gesicht und kniff die Augen zusammen. Tatsächlich. Leer! „Verdammte Scheise“, grummelte sie und warf das nun nutzlose Glasgefäß über ihre Schulter. Als dieses auf der asphaltierten Straße mit einem hohen Klirren in tausende Teile zersprang, hatte Lenora ihren geschlängelten Weg schon fortgesetzt.
Lenora tauchte aus ihren Gedanken auf, als sie bemerkte, dass die Beleuchtung der Straße immer weiter hinter ihr zurückblieb. Nach Orientierung suchend sah sie sich um. Sie war scheinbar ein ziemliches Stückchen gegangen, denn sie fand sich dem Friedhof gegenüber, auf dem ihre Großeltern zur letzten Ruhe gelegt worden waren. Sie dachte kurz darüber nach, wie und warum sie hergekommen war, dann zuckte sie mit den Schultern und mit dem Gedanken, ‘Wo ich schon einmal hier bin‘, trat sie auf den Eingang zu. Als Lenora den Flügel des schmiedeeisernen Tores öffnete, hatte der Wind erheblich zugenommen und schnitt ihr mit eisiger Kälte in Arme und Beine. Noch immer hatte sie die Rose in der Hand. Und noch immer trauerte sie der leeren Flasche hinterher. Während sie den schmalen Kiesweg entlang ging und das Knirschen ihrer Schritte die Stille zerschnitt, fragte sie sich, was sie hierher gebracht hatte. Dann blieb sie stehen. „Oh Oma“, sagte sie mit leichtem Lallen, „was würdest du nur sagen, wenn du mich jetzt sehen könntest?“ Der Grabstein vor ihr blieb eine Antwort schuldig. „Ich weiß, du hast besseres von mir erwartet. Und ich weiß, ich habe dich enttäuscht.“ Sie bekam einen Kloß im Hals. Sie legte die Rose auf das Grab vor ihr. „Als du in meinem Alter warst, hattest du dein Leben im Griff. Du hattest alles, was man haben sollte: Eine Familie, Kinder, einen Mann und ein Haus. Und was mache ich? Ich stehe nachts betrunken auf einem Friedhof und rede mit einem Stein“ Ein Träne löste sich von ihrem Auge und versiegte auf ihrem Weg Lenoras Wange hinunter. „Ich wünschte, ich könnte noch mit dir reden. Dich fragen, wie du all das geschafft hast.“ Das Knacken eines Zweiges ließ sie hochschrecken. Sie sah sich um, rieb sich mit den Händen die Augen trocken, um wieder klar sehen zu können und spähte nochmals über das Gelände. Niemand war zu sehen. „Hallo?“, rief sie, bekam jedoch keine Antwort. So stand sie einige Momente da, ohne sich zu bewegen (abgesehen von dem leichten hin- und herschwanken) und lauschte mit gespitzten Ohren nach weiteren Geräuschen. Sie warf einen Blick auf ihr Handy. Es war 2:37. Außerdem bemerkte Sie, dass nicht nur ihr Akku auf den letzten 3% lief, sondern auch, dass sie hier keinen Empfang zu haben schien. Ein mulmiges Gefühl machte sich in ihr breit. Doch sie gab dem Vodka die Schuld und schob es beiseite. Der Wind fauchte noch immer über das Gelände und fuhr mit seinen eisigen Krallen ihre Gliedmaßen entlang. Sie fröstelte. Da! Ein weiteres Knacken. Diesmal klang es gedämpft, als würde es durch eine Wand aus einem anderen Raum kommen. Lenora ging ein paar Schritte in die Richtung, aus der sie das Geräusch vermutete. Dann lief ihr ein Schauer über den Rücken, welcher nicht dem kalten Wetter geschuldet war. Ein paar Gräber weiter sah sie plötzlich, wie eine knöcherne Hand sich aus dem Boden an die Oberfläche schob. Lenora wollte schreien, doch ihr Körper war wie versteinert. Die Hand bahnte sich immer weiter ihren Weg aus dem modrigen Boden und gerade als sie die ersten Zentimeter der Elle und Speiche erkennen konnte, ließ sie ein Scharren herumfahren. Zwei Reihen weiter vorn versuchten noch mit grauer, ledrig wirkender Haut überspannte Finger Halt an dem glatten Stein zu finden. Doch die nagellosen Fingerspitzen kratzten nur über die flachen Gravuren und hinterließen feuchte Schlieren und kleine Stückchen verrottenden Fleisches, welche an der glatten Oberfläche kleben blieben. Wieder wollte sie schreien, doch ihre Kehle war wie zugeschnürt. Sie drehte sich im Kreis und; fürwahr! Überall um sie herum schienen die Bewohner diverser letzter Ruhestätten sich aus diesen befreien zu wollen. Nun konnte Lenora auch deutlich aus allen möglichen Richtungen Kratzen, Schaben und Knacken vernehmen, als würde man ein Schwein im Ganzen durch einen Fleischwolf drehen, während dieses noch verzweifelt mit den Hufen scharrend versucht zu entkommen. So schnell sie ihre wackligen Beine tragen konnten, lief Lenora nun auf den Ausgang zu, ihr Gesicht vor Panik zu einer Grimasse verzogen. Das Adrenalin ließ sie den Alkohol, den sie die ganze Nacht über in sich hineingeschüttet hatte, vergessen. Sie rannte die Grabreihe entlang zu dem schmalen Weg, der zum Tor führte. Doch hatte sie die Rechnung ohne ihren noch getrübten Gleichgewichtssinn gemacht. Als sie am Weg angekommen eine Kurve machen und diesen entlanglaufen wollte, kam ihr die Trägheit ihres eigenen Körpers in den Weg, sie strauchelte, überschlug sich und landete in einem ausladenden Gebüsch, welches als Begrenzung am Wegrand gesetzt worden war. Ihre Schläfen pulsierten und sie konnte nichts mehr hören außer ihrem galoppierenden Herzschlag und keuchendem Atem. Panisch entschloss sie sich, in ihrem unfreiwilligen Versteck zu verweilen und hoffte, nicht gesehen zu werden.
Sie war gerade wieder Herrin ihrer Lunge geworden und es war ihr gelungen, das rhythmische Rauschen in ihren Ohren etwas zurückzudrängen, als sie aus dem Augenwinkel eine Bewegung wahrnahm. Auf dem Grab ihrer Großmutter hatte sich ein beachtlicher Erdhügel gebildet. Die Rose, welche sie zuvor dort platziert hatte, war achtlos zur Seite gerollt und lag nun auf dem weißen Marmor-Kies, welcher das Grab wie ein schützender Kreis umzog. Sie hielt die Luft an und sich eine Hand vor den Mund um keine ungewollten Laute von sich zu geben, während der immer größer werdende Erdhaufen auf dem Grab ihrer Oma wuchs und wuchs bis sich schließlich eine Hand, nur noch zur Hälfte mit gräulichem Fleisch überzogen, aus dem Haufen nach oben streckte. Die Hand vor Lenoras Mund erstickte einen spitzen Schrei und sie presste ihren Kiefer zusammen, um keinen weiteren entkommen zu lassen. Ihre Augen waren vor Grauen weit aufgerissen und ihr ganzer Körper zitterte, obwohl sie die Kälte nicht mehr spürte. Die Hand, welche vor ihr den Himmel ergreifen zu suchen schien, trug einen goldenen Ring mit einem von feinem Silberdraht eingefasstem Diamanten an den knöchernen Überresten des Ringfingers. Der Ehering ihrer Großmutter. Das Bild vor Lenoras Augen verschwamm, als sich Tränen des Schreckens in ihnen sammelten. Es schien tatsächlich, als würde ihr geliebte Omi sich aus ihrem Grab erheben. Sie kniff die Augen zusammen und versuchte, sich zu beruhigen.
Einatmen.
Passierte das wirklich oder war es ein Streich ihres alkoholmarinierten Hirns?
Ausatmen.
Sowas konnte doch nicht echt sein!
Einatmen.
Plötzlich erstarrte sie, als sie das Knirschen von schleppend wirkenden Schritten auf den Kies nahe ihrem Versteck hörte. Sehr nah. ZU NAH! Sie hielt die Luft an und ihre Augen auf. Vor ihr sah sie eine Gestalt in den Resten eines madenzerfressenen schwarzen Anzugs, welche vor der nicht so ruhigen Ruhestätte erschien. Der Neuankömmling hatte bereits die untere Hälfte seines Gesichts verloren und auch an seinem Kopf schienen zwischen den letzten Büscheln grauer Haare weiße Flecken des Schädelknochens hindurch. Das Wesen beugte sich herunter, nahm die Rose, welche nach wie vor neben dem Grab lag, in die eine Hand und griff mit der zweiten nach dem Arm, der sich immer weiter aus der aufgewühlten Erde nach oben gearbeitet hatte. Mit einem Ziehen half er den sterblichen Überresten, denen scheinbar neues Leben eingehaucht worden war, ins Freie.
Lenora biss sich auf ihre Hand, um einen Schrei zu unterdrücken. Das lähmende Grauen war blanker Panik gewichen und sie musste sich beherrschen, nicht aufzuspringen und so ihre Präsenz bekannt zu geben. Unter größter Selbstbeherrschung beobachtete sie, wie ihre Großmutter unter Hilfe ihrem Grab entstieg. Ihre langen, weißen Haare fielen ihr mit Laub und Würmern durchsetzt über die Schultern und ihr Gesicht, war es doch noch größtenteils von grauer Haut überzogen, war eingefallen und ledrig. Ihre Augen, früher von einem strahlenden himmelblau, waren milchig und die Lider auf der linken Seite schienen bereits einer Maden-Familie als Mahlzeit gedient zu haben. Als sie den letzten Rest ihres Beins von der starren Umarmung des kühlen Bodens befreite, stolperte sie und ihr linkes Auge poppte aus seiner Höhle und fiel zu Boden. Lenoras Magen zog sich zusammen und sie merkte, wie sich Speichel in ihrem Mund sammelte. Ihrer Großmutter Befreier kniete nieder, nahm das Auge, rieb es an einer noch nicht gar so zerfetzten Stelle seiner Anzugjacke sauber und setzte es zurück in die leere Augenhöhle seines Gegenübers. Danach legte er seine freiliegenden Kieferknochen einen Moment auf eben jenes lidlose Auge, das noch eben am Boden gelegen hatte. Dann hob er seine Hand und überreichte ihr die Rose, welche er aufgehoben hatte. Der Wind brauste erneut durch die Grabsteine und schien ein Flüstern zu tragen. „Meine Liebste“. Dieses Wispern kam Lenora seltsam bekannt vor. Ein Schaudern ging durch ihren Körper als die Überreste ihrer Großmutter den Mund öffneten: „Oh Armin. Wie habe ich dich vermiss!“ Armin? War dies etwa ihr Großvater?
Die beiden Leichen fielen in eine innige Umarmung, bevor sie, die knöchernen Finger einer Hand ineinander verschränkt, zwischen den Grabreihen entlang in Richtung eines offenen Stücks Wiese gingen. Als sie sich dort aneinander gelehnt niederließen, brach die Wolkendecke ein Stück auf und ein Strahl silbrigen Mondlichts beleuchtete die surreale Szene. Wieder trug der Wind ein Flüstern über den Friedhof, welchen man beinahe mit dem Knarren von Ästen und Rascheln von Blättern hätte verwechseln können. „Du wirkst betrübt mein Schatz. Was beschäftigt dich?“ Ihre Großmutter legte den verrottenden Kopf auf das freiliegende Schlüsselbein ihres Mannes und seufzte. „Lenora war hier. Sie wirkte traurig.“ „Hat sie mit dir gesprochen?“, hauchte es. „Das hat sie. Und sie scheint zu glauben, dass sie mich enttäuscht hätte.“ Armin legte den Kopf in den Nacken und sein Oberkörper wippte ein paar Mal ruckartig vor und zurück. Der Wind brauste auf und ein rhythmisches Knarren schien durch die umliegenden Bäume zu gehen. „Sie denkt, ihr Leben sei nicht gut genug und dass ich mir gewünscht hätte, dass es so aussähe wie meines.“
„Und wünschtest du das?“
„Du weißt, unser Leben war anders. Eine andere Zeit und andere Herausforderungen. Es wurde von uns erwartet, dass es den Verlauf nimmt, den es genommen hat. Doch Sie lebt jetzt. Sie hat Möglichkeiten, von denen zu träumen wir nicht einmal gewagt haben. Und trotzdem glaubt sie zu scheitern.“
„Sie ist jung.“
„Sie ist traurig.“
„Warst du nie traurig?“
„Natürlich. Doch ich habe das Gefühl, dass sie sich einen solchen Druck macht, ein erfolgreiches Leben zu führen, ein Leben wie sie denkt, dass andere es für richtig halten, dass sie vergisst sich zu fragen, was sie vom Leben möchte.“
„Sie möchte uns nur stolz machen. Und zeigen, dass sie unsere Liebe verdient“
„Wir sind stolz auf sie! Und es liegt nicht an ihr sich unsere Liebe zu verdienen. Liebe verdient man sich nicht. Sie wird gegeben. Bedingungslos und uneingeschränkt. Welchen Weg sie auch immer einschlägt, wir werden sie immer lieben.“
Armin nickte bekräftigend mit seinem Schädel und zog seine Frau ein bisschen näher an sich.
Diese betrachtete die Rose, welche Lenora zuvor auf ihr Grab gelegt hatte. Ein Blütenblatt löste sich und schwebte sacht zu Boden.
Der kurze Moment der Stille wurde von einem weiteren Windzug beendet.
„Unsere Zeit auf dieser Welt ist vorbei. Wir haben unser Bestes getan unsere Kinder und deren Kinder auf das Leben vorzubereiten. Nun ist es an der Zeit zu ruhen. Vertrauen wir darauf, dass wir unsere Aufgabe erfüllt haben.“
Lenoras Großmutter sah ihrem Geliebten ins Gesicht.
„Ich glaube daran, dass sie es schaffen. Sie können aus unseren Fehlern lernen. Aus der Art wie wir unser Leben gelebt haben und den Erkenntnissen, die wir ihnen mit auf den Weg gegeben haben.“
Sie blickte hinauf zum Mond und ihre schneeweißen Augen blitzten silbern als sich das Mondlicht in ihnen spiegelte.
„Ich vertraue darauf, dass die neue Generation ihren Weg findet. Darauf, dass die Welt in guten Händen ist.
Und ich vertraue Lenora. Sie könnte uns niemals enttäuschen!“
Wieder nickte ihr Gatte zustimmend.
So saßen die beiden für einen Augenblick, aneinandergeschmiegt und badend in der Anwesenheit des anderen, die Stille untermalt von dem sachten Flattern eines Nachfalters, der über ihnen im silbrigen Mondlicht tanzte.
„Und glaubst du“, unterbrach ihre Omi die liebliche Stille, „Sie glaubt, ich hätte in ihrem Alter mein Leben im Griff gehabt.“
Sie lachte schallend auf und ein weiteres rhythmisches Knarren der Bäume stimmte ein.
Dann saßen Sie da und betrachteten den Mond, die Blumen, die auf den umliegenden Gräbern leicht im Wind schwangen und den Nachtfaltern, der um sie herum durch die Luft tanzten.
Lenora schreckte in ihrem Bett hoch. Ein Fehler, denn sofort begannen ihre Schläfen zu pochen als würde jemand versuchen, mit Hammer und Meißel ein Kunstwerk aus ihrem Kopf zu schlagen. Sie hatte einen zutiefst sonderbaren Traum gehabt. Und er hatte so echt gewirkt. Noch immer spürte sie den kalten Wind über ihre Haut streichen.
Sie quälte sich aus ihrer Bettstätte und suchte den nächsten Wasserhahn. Ihr Mund glich der Sahara und ihre Gedanken waren neblig und flossen zäh wie Honig durch ihren Kopf. Es bedurfte all ihrer Anstrengung, einen Gedanken auch nur länger als ein paar Sekunden zu halten. Was war gestern passiert? Und wie war sie nach Hause gekommen?
Nach zwei Litern Wasser und einer warmen Dusche hatte sich ihr Kopf etwas beruhigt und das Nachdenken fiel ihr etwas leichter. Doch die Erinnerungen, die sie an die letzte Nacht hatte, konnten nur einem Delirium entsprungen sein. Jedoch nagte ein Zweifel an ihr und so beschloss sie, das Grab ihrer Großmutter aufzusuchen.
Die Sonne hatte ihren höchsten Punkt bereits passiert und zog ihre gewohnte Bahn in Richtung des westlichen Horizonts als Lenora unter Quietschen das Tor zum Friedhof aufstieß. Vögel zwitscherten in den Bäumen und die Blätter warfen einen beruhigenden Halbschatten auf die Grabreihen. Alles wirkte normal. Sie schallte sich selber. Was hatte sie denn erwartet? Dass die halb verrotteten Leichen ihrer Großeltern auf der Wiese saßen und die Sonne genossen? Was für ein Blödsinn. Doch trotzdem konnte sie die Worte nicht abschütteln, welche sie aus ihrem Fiebertraum behalten hatte. Sie spazierte die Gräber entlang bis sie zu dem ihrer Oma kam. Die Erde war flach und fest. Die darauf gepflanzten Blumen wuchsen ungestört und präsentierten die volle Pracht ihrer bunten Blüten. Nichts deutete darauf hin, dass dieses Ebenbild von gelassener Ruhe in letzter Zeit gestört worden wäre. Natürlich nicht! Es war schließlich nur ein Traum! Sie streifte weiter durch die Reihen und schritt schließlich einen Weg entlang, der auf einer Seite von einer Hecke gesäumt wurde, hinter der eine Stück bisher ungenutzter Wiese lag. Sie ließ den Blick über den getrimmten Rasen gleiten. Nichts deutete darauf hin, dass vor ein paar Stunden lebende Tote über diesen Friedhof gestreift wären. Dann fing etwas ihren Blick. Sie stieg über die Hecke und ging ein paar Schritte auf die Wiese. Sie bückte sich, um das aufzuheben, was ihre Aufmerksamkeit gefangen hatte.
Dann richtete sie sich auf und trotz der Tränen, die sich in ihren Augen sammelten, schlich sich ein sanftes Lächeln auf ihr Gesicht. In ihrer Hand hielt sie das samtene Blütenblatt einer roten Rose.
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Das Grab ihrer Großmutter
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